24 Stunden
Tagesgraph
Für diesen Zeitraum liegen noch keine Messwerte vor. Das Diagramm übt schon einmal seriöses Schweigen.
SwitchBot Meter Pro CO2 · Live aus der Luftzentrale
Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2 kommen lokal per Bluetooth vom Sensor. Die Werte landen hier, damit „geht doch noch“ nicht länger als Lüftungskonzept durchkommt. Oben kommentiert der Luftlagebericht die Zahlen mit der amtlichen Ernsthaftigkeit eines Fensters, das endlich befördert werden möchte.
Gerade keine frischen Messdaten. Der Sensor reicht wohl noch Unterlagen nach, Bluetooth schaut bedeutungsvoll in die Ferne, und die Wohnung genießt kurz Privatsphäre.
24 Stunden
Für diesen Zeitraum liegen noch keine Messwerte vor. Das Diagramm übt schon einmal seriöses Schweigen.
7 Tage
Für diesen Zeitraum liegen noch keine Messwerte vor. Die Woche wartet noch auf verwertbare Raumklima-Akten.
31 Tage
Für diesen Zeitraum liegen noch keine Messwerte vor. Der Monat stellt gerade den Ausschuss für Luftfragen zusammen.
Die Geschichte
Am Anfang stand ein völlig harmloser Gedanke. Ich sah das SwitchBot Meter Pro CO2, dieses kleine Gerät mit Display und Raumklima-Zahlen, und dachte: „Nett.“ Das war der letzte vernünftige Moment des Abends.
Sekunden später kam der Satz, der in Bastelprojekten ungefähr dieselbe Wirkung hat wie „Ich schaue nur kurz in den Maschinenraum“: „Ob man das wohl lokal auslesen kann?“ Also ChatGPT gefragt, ob das technisch möglich ist. Die Antwort war sinngemäß: „Ja, vermutlich. Aber Bluetooth Low Energy wird dich erst einmal prüfen, ob du es wirklich ernst meinst.“
Damit war der Abend offiziell ruiniert, aber auf diese produktive Art, bei der man sich um 23:47 Uhr einredet, man sei „gleich fertig“, während auf dem Bildschirm Hex-Zahlen stehen, die ungefähr so freundlich wirken wie ein Steuerformular mit schlechter Laune.
Und natürlich meinte ich es ernst. Sehr ernst. Unangemessen ernst für ein Gerät, das eigentlich nur sagen wollte: „Hier sind 27 Grad, 52 Prozent Luftfeuchte und CO2 ist auch da.“ Meine Wohnung hingegen wurde in meinem Kopf sofort zur kleinen Wetterredaktion. Mit Ressortleitung Fenstergriff, Chefredaktion Sensor und einem Praktikanten namens „Warum kommt da kein Paket?“
Es folgte die Phase, in der man Bluetooth Low Energy nicht mehr als Funktechnik betrachtet, sondern als Persönlichkeitstest. Mal kam ein Paket, mal nicht. Mal stand da ein Wert, mal nur Daten, die aussahen, als hätte jemand eine Zahlenkolonne in den Ventilator gehalten. Der Sensor funkte, Windows nickte höflich, und ich saß da wie der Mensch, der einem unsichtbaren Thermometer erklärt, dass es jetzt bitte seine Gefühle in JSON ausdrücken möge.
Besonders schön wurde es, als die erste Testmessung funktionierte. Das war dieser gefährliche Moment, in dem ein Projekt so tut, als wäre es fertig. Man lehnt sich zurück, sagt innerlich „läuft“, klickt auf Automatikbetrieb und bekommt anschließend die technische Version von Schulterzucken serviert. Einmal Messwert, dann Stille. Das Raumklima hatte offenbar beschlossen, nur noch auf Zuruf Karriere zu machen.
Dann begann die klassische Reihenfolge: erst Optimismus, dann Rohdaten, dann „warum kommt da nichts?“, dann eine Testmessung, die funktioniert, und ein Hintergrundlauf, der sich benimmt wie ein Kollege, der im Meeting sagt „bei mir geht's“ und danach offline ist. Windows war auch dabei und brachte seinen beliebten Klassiker mit: „Zugriff verweigert“. Sehr charmant. Sehr 1998.
Zwischendurch sah das Downloadportal kurz aus, als hätte jemand eine Werkzeugkiste in einen Dateimanager gekippt: EXE hier, Hilfsdatei dort, Skript daneben, und irgendwo lag bestimmt noch eine Datei mit dem mentalen Namen „bitte-diesmal-wirklich-final-final“. Also wurde aufgeräumt: eine EXE, ein Fenster, klare Knöpfe. Installieren, Deinstallieren, Starten, Stoppen, Testmessung. So, wie es sein sollte, wenn man nicht erst eine kleine Verwaltungsfachkraft für Luftmessung einstellen möchte.
Am Ende wurde daraus eine Windows-EXE mit Tray-Symbol, lokaler Speicherung und Live-Upload. Die EXE lauscht im Benutzerkonto, weil Bluetooth dort weniger beleidigt ist, schreibt CSV und JSONL, schickt frische Werte mit Token an do1ffe.de und verschwindet in den Infobereich, als hätte sie nie etwas anderes gewollt. Schließen bedeutet jetzt nicht mehr „Ende“, sondern „ich arbeite weiter, aber ohne im Weg herumzustehen“. Sehr erwachsen. Für ein CO2-Projekt.
Die Webseite macht daraus oben den kleinen Wohnungs-Badge und unten diese Graphen. Wenn keine frischen Daten kommen, blendet sie die Anzeige aus. Denn alte Luft als neue Luft zu verkaufen wäre zwar ein Geschäftsmodell, aber kein Messsystem.
Die Graphen hatten ebenfalls ihre Findungsphase. Erst wirkten die Punkte, als hätte jemand Konfetti mit mathematischem Ehrgeiz verteilt. Dann wurden Achsen, Skalen, letzte Werte und unaufdringlichere Markierungen nachgerüstet. Jetzt kann man tatsächlich erkennen, was passiert: Temperatur sinkt, Luftfeuchte macht kleine Bürokratiebewegungen, CO2 bleibt erstaunlich gelassen, und irgendwo im Hintergrund fühlt sich das Fenster endlich ernst genommen.
Danach bekam der Luftlagebericht eine eigene kleine Karriere. Erst stand dort nur ein statischer Dreizeiler, der so tat, als könne ein einmaliger Satz die wechselhafte Innenpolitik einer Wohnung erklären. Inzwischen würfelt die Seite aus ganzen Spruch-Pools passende Kommentare zusammen: abhängig von CO2, Temperatur, Luftfeuchte, Messzeit, Lageklasse und Trendrichtung. Dafür schaut er auf die letzten 15 Minuten und vergleicht den aktuellen Wert mit dem ältesten verfügbaren Messpunkt in diesem Fenster. Steigt ein Wert, bekommt er einen anderen Kommentar als beim Fallen. Bei der Temperatur zählt schon ab 0,1 °C, CO2 und Luftfeuchte ab einem Schritt von 1. Kleinliche Daten? Vielleicht. Aber wenn die Luft schon Bericht schreibt, dann bitte mit Dezimalstelle und Dienstsiegel.
Aktueller Stand: Die EXE läuft brav im Hintergrund, das Fenster darf in den Tray verschwinden, die Webseite zeigt frische Werte im Kopfbereich, die Graphen lassen sich lesen, und der Luftlagebericht kommentiert das Ganze mit der Würde einer Behörde, die aus Versehen Humor installiert hat. Genau so beginnt vermutlich jede seriöse Raumklima-Infrastruktur.
Der SwitchBot sendet per Bluetooth Low Energy kleine Werbepakete durch die Wohnung. Darin verstecken sich Temperatur, Luftfeuchte, CO2, Akku und Signalstärke. Also alles, was man braucht, um einem Zimmer fachlich fundiert vorzuwerfen, muffig zu werden.
TempCO2 läuft unter Windows im Benutzerkonto, scannt regelmäßig, dekodiert die Pakete und schreibt die Messwerte lokal als CSV und JSONL. CSV für die Tabellenfraktion, JSONL für alle, die beim Wort „Zeilenformat“ leise nicken.
Frische Messwerte werden mit Token an do1ffe.de geschickt. Die Webseite zeigt sie oben im Kopfbereich und hier als Tages-, Wochen- und Monatsverlauf. Wenn nichts Frisches kommt, verschwindet die Anzeige lieber, statt alte Luft als neue Luft zu verkaufen. Das wäre marketingtechnisch mutig, aber raumklimatisch frech.
Der Luftlagebericht wählt aus Spruch-Pools passende Kommentare. Für die Tendenz nimmt er das 15-Minuten-Fenster vor der aktuellen Messung und vergleicht mit dem ältesten verfügbaren Wert darin. Bei Temperatur reichen 0,1 °C Änderung für eine Richtung, CO2 und Luftfeuchte zählen in 1er-Schritten, damit die Wohnung nicht heimlich Drama macht.
Kurzfassung: Gerät gesehen, ChatGPT gefragt, losgelegt, Bluetooth diskutierte mit, Windows wollte überzeugt werden, die EXE zog in den Tray, die Graphen lernten Benehmen, und jetzt petzt meine Wohnung live ins Internet, wenn die Luft im Zimmer wieder Meetings simuliert. Digitalisierung ist, wenn selbst abgestandene Luft eine API bekommt und danach auch noch kommentiert wird.